Basic Leader Course
Vorraussetzung: Alle Basisausbildungen und Interesse Verantwortung in der Menschenführung zu übernehmen sowie Bereitschaft einen Führungseid abzulegen.
Thema: Die Rolle des Fireteamleaders im Squadrahmen
Ziel: Der Teilnehmer erlernt die grundlegende Fähigkeit ein Fireteam zu Führen.
Durchführung:Die Ausbildung wird bei geeigneten Teilnehmerzahlen im Spiel abgehalten, wobei die praktische Übung direkt auf der Erklärung mit hilfe der Doku folgt. ACRE wird während der gesamten Ausbildung verwendet.
Zeit: 3h
Ausbilder: Mattox
Hilfsausbilder: %
Inhaltsangabe
1. Der Fireteamleader
2. Tätigkeitsbeschreibung
3. Mindset und Wille
4. Die Struktur eines Fireteams
5. Aufgaben bei Missionsbeginn
6. Funk für Führungskräfte
7. Merkwörter / Stellungseinweisung / Verfahrensweisen
7.1 VASE
7.2 ASCHUFTDA
7.3 Stellungseinweisung
7.4 REHLZ
7.5 EREZA
7.6 Verfahrensweisen
8. Taktiken
8.1 Raupenweise Vorgehen
8.2 Überschlagendes Vorgehen
9. Reaktion auf Feind
9.1 Verhalten bei (Vorbefehl Feind)
9.2 Überlegener und unterlegener Feind
10. Der LAD
10.1 Warum einen LAD geben?
10.2 Wie ist der LAD(EF) aufgebaut?
10.3 LAD & Führerleistung Fireteamleader
10.4 Lagebeispiel und Lagetraining
11. Hilfestellungen
11.1 Teamwork
11.2 Hilfsmittel für Anführer
12 Schlusswort
1. Der Fireteamleader
Der Fireteamleader (FTL) ist in der Chain of Command die unterste Stufe, er schließt eine Lücke von dem Squadleader zu den einzelnen Soldaten des Squad (Neun Mann). Der Aufwand, diese neun Mann zu managen, ist für den Squadleader aufwendig. Hier kommt der Fireteamleader zu tragen, welcher jeweils nur drei Mann und sich selbst befehligen muss. Der (FTL) setzt Befehle um, bricht sie für seine Soldaten auf das Nötige runter und veranlasst alles Nötige, um mit seinem Team den Auftrag nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Dabei regelt er Kleinigkeiten, wie Sicherungsrichtungen, Marschreihenfolge und vieles mehr, was nicht Teil des Befehls des Squadleader war.
2. Tätigkeitsbeschreibung
Drei unterstellte Soldaten werden durch den Fireteamleader:
• Überwacht und kontrolliert (Ausrüstung und Disziplin / Verhalten)
• Im Feuerkampf angeleitet (EREZA)
• Informiert, typisch der „Chain of Command“ (Weitergabe LAD)
• Zugewiesen in Taktische Rollen
• z.B. im Fahrzeug auch autark geführt als Kommandant
Diese Tätigkeiten sind die Existenzberechtigung eines Fireteamleader. Sollte er diesen nicht nachkommen, so ist er eine Bedrohung für sich und sein Team, da er die maximale Kampfkraft abschwächt. Er ist Teil eines vier Mann Fireteams, er kann auch in Form einer taktischen Rolle Teil dieses Teams sein. Er ist nicht der „Oberboss“ in seinem Team, sondern der erfahrenste Soldat in einer Unterorganisation von anderen Soldaten. Als enger Vertrauter und gut ausgebildeter Soldat ist er das Sprachrohr und Verbindungsstück zu höheren Führungspositionen.
3. Mindset und Wille
Neben der psychischen Eignung zur Führungskraft und der Aufnahme in so eine Laufbahn, sollte ein Grundinteresse an der Menschenführung selbstverständlich für den Fireteamleader sein.
Der Wille ein großes Paket an Aufgaben und Verantwortung entgegenzunehmen ist unabdingbar.
Der Posten eines Fireteamleader ist die Feuertaufe im Führen von taktischen Einheiten und gleichzeitig ein schnelllebiger Posten, den man als junge Führungskraft besetzen kann.
Überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft ist eine Voraussetzung, die Teamleader mitbringen müssen.
Diese Ausbildung ist kein Mittel zum Zweck um als Sprungbrett für Dienstgrade oder Qualifikationen zu dienen. Wissbegierig sein und stets die Herausforderung suchen stärkt auf Dauer die eigenen Fähigkeiten, denn wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein.
Fireteamleader sind wie anfangs erwähnt Führungskräfte, jedoch sind sie nicht teil einer gleichwertigen Führergemeinschaft, auch unter den Führungskräften gibt es ein Ranggefälle und eine Hierarchie.
Verschieden Zuständigkeiten machen beispielsweise den Unterschied zwischen Fireteam und Squadleader klar. Noch größer ist der Unterschied zum Platoonleader, andere Führungsmethoden, Abläufe und Prozeduren nutzen zwar aufbauende Ausbildungsinhalte dieser und vorangegangener Ausbildungen, jedoch wird mit unterschiedlichem Anspruch, Personalansatz und auf anderen taktischen Führerebenen geführt.
Lehre dieser Ausführung soll sein, dass man sich auch als Führungskraft weiterhin sehr wohl unterordnen muss und Befehle befolgen muss. Alleingänge aufgrund von Übermut sind fehl am Platz und führen schnell zur Entbindung von Führungsaufgaben.
Vorbildliches auftreten ist das Maß aller dinge und aller Dienstgradgruppen. Untergebenen den Führungsanspruch nicht aufzwingen zu müssen, sondern durch freiwilliges Gefolge zu erreichen, ist ein Zustand, auf den man stolz sein kann. Ohne Selbstdisziplin und den unbedingten Willen zur Auftragserfüllung gemeinsam mit seinem Team, sind die Prämissen zum Dasein als gute Führungskraft nicht gegeben.
4. Die Struktur eines Fireteams
Der Fireteamleader ist wie eingangs erwähnt Teil einer kleinen Kampfgemeinschaft, er ist eben Teil dieser und nicht dislozierter Anführer.
Ein Fireteam besteht aus 4 Soldaten, einer davon ist der Fireteamleader.
Es besteht aus Kampfrollen wie dem MG- Schützen, dem Grenadier und einem weiteren Schützen der aber auch eine weitere kampfspezifische Rolle, wie DMR-Schütze, Panzerabwehr-Schütze, Funker, Sanitäter sein kann.
Eingegliedert in ein Squad (8 + 1) ergibt das Fireteam eine agile und doch, wenn richtig eingesetzt, kampfstarke Truppe. Ein Fireteam kann zu besonderen Aufträgen, mit anderen Kampfrollen aber in gleicher Stärke (4 Mann) auch autark eingesetzt werden.
Das Fireteam ist in eine noch kleinere Struktur unterteilt, welche durch den Fireteamleader festgelegt ist. Die Rede ist von dem Buddyteam, zwei Kameraden bilden ein Buddyteam. Wer mit wem in diesem Team arbeitet, legt der Fireteamleader unter Berücksichtigung einiger Grundregeln fest.
Das MG und der Grenadier bieten eine Komponente, die als Deckungselement dienen kann. Daher sind Grenadier und MG ein Buddyteam, wobei das MG dabei zum Niederhalten oder Unterdrücken eingesetzt wird und der Grenadier entweder zur Aufklärung durch HuntIR oder zur Bekämpfung der Ziele hinter der Deckung durch Unterlaufgranaten.
5. Aufgaben bei Missionsbeginn
Der Fireteamleader ist für die Einsatzbereitschaft seines Fireteams zuständig.
Dazu stellt er vor der Mission sicher, die Funktion, Vollzähligkeit und Einteilung von:
• Funk
• Stellvertreter einteilen!
• Pers. Ausrüstung
• Waffen
• Munition
• San. Mat.
• Weiß jeder die Punkte Führung und Kampfunterstützung? (Parole, Funkkanäle …)
seiner Untergebenen und sich selbst.
Dazu lässt der Fireteamleader sein Team antreten. Dies ist wichtig für die Übersichtlichkeit. Jeder der angetreten steht, läuft nicht mehr wild durcheinander, weiß es gibt Infos oder es werden Infos von ihm benötigt.
Wichtig ist das alles, was ihr wisst, auch für eure Fireteam Mitglieder wichtig ist!
Informationsweitergabe ist eure Hauptaufgabe, auch ist es die Regel, dass der einfache Soldat nicht im Führungsbriefing war oder sein konnte. Nach Abschluss der Einsatzbereitschaft ist die Abfrage zu den wichtigsten Punkten, nicht nur die Kontrolle, ob diese verstanden wurden, sondern auch die Weitergabe dieser Informationen im Rahmen eines eigenen Briefings notwendig!
Das Briefing möglichst kurz und prägnant zu halten, mit den wichtigsten Punkten der großen Lage und der eigenen Einzelaufträge für das Team, ist essenziel. Je ausführlicher, desto je besser.
Nutzen Sie den Beginn und die Zeit vor einer Mission nicht nur für die üblichen Begrüßungen und schneller Kontrolle der Ausrüstung. Sobald die organisatorischen Maßnahmen durch sind, solange der Squadleader euch oder eure Fertigmeldung nicht benötigt oder schon hat, beginnt die Zeit für Wiederholungsausbildung! Jemand war lange nicht mehr Panzerabwehrschütze? Sprecht die Visiereinrichtung durch und den Ablauf der Zielbekämpfung!
Ihr müsst dies nicht selbst tun, aber delegiert die Aufgaben, von Soldat zu Soldat.
Falls ihr nicht beim Team sein könnt, übernimmt der Stellv. und stellt sich auch vor die Front der angetretenen Formation!
6. Funk für Führungskräfte
Als Bindeglied zwischen gehobenen Führungsebenen und den einfachen Soldaten ist es wichtig, eine zuverlässige Schnittstelle für die Informationsweitergabe zu sein. Um dies zu gewährleisten, muss die Funkbetriebssprache sitzen.
Es wird nicht teil dieser Ausbildung sein die Funkroutine zu verbessern, jedoch thematisch zu wiederholen was Führungskräfte an neuen, oder jetzt für die Führungskraft wichtige Aufgaben haben.
Anmelden im Funkkreis:
Taktische Einheiten melden sich zu beginn einer Operation und nach Inbetriebnahme der Funkgeräte im Funkkreis an. Dies passiert teils auf Anforderung, spätestens im Rahmen einer Funküberprüfung oder selbstständig nach der Inbetriebnahme. Beispiel für unser Team Bravo:
,,Hier Bravo auf Kanal 2, melde mich im Funkkreis an, Ende!“
Außerdem ist eine Funküberprüfung mit anderen Sprechstellen notwendig, entweder mit dem gesamten unterstellten Bereich, was im falle des Fireteamleader seine Soldaten sind, oder mit der eigenen Führung, falls diese nicht selbstständig eine Funküberprüfung durchführt. Beispiel:
,,Alfa hier Bravo, Funküberprüfung, wie hören Sie mich? Kommen."
,,Hier Alfa höre Sie gut, wie hören Sie mich? Kommen.“
,,Hier Bravo, höre Sie ebenfalls gut, Ende.“
Abstufungen dabei sind: Höre Sie gut, Höre Sie schlecht, Kann Sie nicht aufnehmen.
Blindfunksprüche und Feindmeldungen etc. mitschreiben:
Funksprüche wie „Hier Alfa, komme in kürze mit Feindmeldung“ sind für den Führer einer Einheit das Zeichen, sofern möglich Schreibbereitschaft herzustellen und bei nicht wichtigen Angelegenheiten den Funkkreis freizuhalten.
Grundsätzlich: denken, drücken, sprechen
Schreibbereitschaft ständig vorbereitet haben
Funkdisziplin in Wort und Inhalt Funkdisziplin auch bei Untergebenen einfordern und vorleben
7. Merkwörter / Stellungseinweisung / Verfahrensweisen
Im Folgenden begegnen uns Merkwörter, die in vorangegangenen Ausbildungen teils schon thematisiert wurden und für eine korrekte und einheitliche Ausübung von Abläufen, Ansprachen und Befehlsgebungen notwendig sind.
Als Militärischer Führer ist ein Beherrschen unabdingbar, um im Gefecht mit seinem Team gegen einen Feind zu bestehen oder auch gar nicht erst aufgeklärt zu werden. Jedenfalls aber um immer möglichst effektiv zu arbeiten.
7.1 VASE
VASE ist das Merkwort für den ständigen Auftrag eines jeden Soldaten. Möglichkeiten zur Überwachung der Durchführung haben die Fireteamleader.
Verbindung:
Die ständige Verbindung zu eigenen Kräften per Funk oder per Sicht halten. Dabei ist die Position und Bewegungsrichtung ständig zu überprüfen, damit niemand verloren geht.
Aufklärung:
Die ständige Aufklärung nach außen. Dazu gehört auch die Meldung von neuen Aufklärungsdaten.
Sicherung:
Ständige Rundumsicherung und Halten aller zugewiesenen Bereiche.
Erkundung:
Ständige Erkundung, um die taktisch klügste Position einzunehmen und um Gefahren frühzeitig zu erkennen.
7.2 ASCHUFTDA
Erkunden von Verteidigungsstellungen / Stellungsbau
ASCHUFTDA ist anzuwenden, wenn es an die korrekte Anlegung von Stellungen geht, um Grundsätze der Tarnung und Wirkung zu berücksichtigen.
Auch sagt man, dass von „Oben“ Also beim Auftrag die höchste Priorität liegt.
Auftrag Feind abwehren, Stellung halten!
SCHussfeld tote Räume? Sperren? Feuer kreuzen! MG flankierend!
Untergrund schanzen möglich
Feuerunterstützung durch Nachbarn? Und/oder schwere Waffen?
Tarnung gegen Erd- und Luftsicht?
Deckung gegen weitreichendes Flachfeuer?
An und Abmarschwege kann die Stellung gedeckt bezogen werden?
Es gilt:
-gesichert erkunden
-zügig, aber nicht flüchtig erkunden
7.3 Stellungseinweisung
Nachdem eine Stellung errichtet wurde, gilt es die Schützen, die jene Stellung beziehen, einzuweisen. Nachbarn sind eigene Teile in Stellungen „nebenan“.
Grenzen sind die Grenzen, in denen wir wirken dürfen, außerhalb nicht.
Bei der Feuereröffnungslinie muss darauf geachtet werden, dass sie unmittelbar an den Außenseiten der Grenzen weiter entfernt ist. Dies ist wichtig, wenn es um die Reichweite der Waffen und ihre effektivität geht.
Bei der Einweisung in die Stellung hilft die Eselsbrücke der:
„Hand des Kriegers“
7.4 REHLZ
Dieses Merkwort findet Anwendung in der Zielansprache (kein Feuerauftrag), um Geländepunkte anzusprechen und zu benennen
Richtung (relativ zur Beobachtungs- oder Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn oder nach Geländetaufe)
Entfernung Gelände nach Vordergrund - Mittelgrund - Hintergrund (Entfernung immer in Metern! Geschätzt)
Hilfsziel als auffälliger Punkt im Gelände, niemals etwas, was sich bewegt
Lage zum Ziel
Ziel
Bsp.
Geradeaus, 150 m, einzelnstehender Spitzbaum, 20 m rechts, Schützentrupp in Stellung
7.5 EREZA
EREZA dient als Feuerauftrag von der Führungskraft an Soldaten.
Einheit feindliche Schützengruppe
Richtung Nord
Entfernung 150 m
Ziel Äußerst linker Schütze
Ausführung Feuer!
7.6 Verfahrensweisen
Geländeabschnitte werden nicht erobert!
Geländeabschnitte, Räume und „Areas“ werden entweder genommen, gewonnen oder erreicht.
„Wording“ ist hier wichtig da:
- Geländeabschnitte, die erreicht werden, sind gesichert, feindfrei.
- Geländeabschnitte, die gewonnen werden, sind nicht gesichert, feindfrei, mit auftretendem Feind wird gerechnet, ein Antreffen ist aber nicht gesichert.
- Geländeabschnitte, die genommen werden, sind sicher feindbesetzt und werden im Angriff genommen.
Im Zweifel lieber „nehmen“ ankündigen, um aufmerksame Kameraden zu bewirken, dieses Vorgehen aber nicht überziehen.
8. Taktiken
Die taktische Einheit, Fireteam, auf der Qualifikationsebene eines Fireteamleader, ist es unbedingt notwendig, die nötigen Kenntnisse über Taktiken im Feuerkampf oder beim Gewinnen von Raum zu beherrschen. Wann diese Taktiken eingesetzt werden, ist jedoch nur Entscheidung eines Squadleader. Daher muss der Fireteamleader seine Position und die seines Teams in diesem Gefüge verstehen.
8.1 Raupenweise Vorgehen
Das Fireteam wird oft als Deckungselement oder Vorstoßelement eingesetzt. Meistens nennt sich diese Art des Vorgehens „Raupe“.
8.2 Überschlagendes Vorgehen
Überschlagend Vorgehen kann auch rückwärts durchgeführt werden, um mit z.B. dem ganzen Squad unter Eigensicherung auszuweichen.
9. Reaktion auf Feind
Teilnehmer dieser Ausbildung sind sicher schon oft mit ihrem Team auf feindliche Einheiten gestoßen. Der Fireteam- oder Squadleader hat in dieser Situation eine Entscheidung getroffen, wie auf diesen Feind reagiert werden soll.
9.1 Verhalten bei (Vorbefehl Feind)
Hierzu gibt es verschiedene Vorbefehle, bei:
überlegenem Feind:
-Wenn aufgeklärt, Feuer erwidern und ausweichen.
-Wenn nicht aufgeklärt, melden / dann je nach Anweisung oder ausweichen.
unterlegenem Feind:
-Wenn aufgeklärt, Feuer erwidern, Feind vernichten
-Wenn nicht aufgeklärt, melden und Feind vernichten
9.2 Überlegener und unterlegener Feind
Was ist aber überlegener oder unterlegener Feind?
Grundsätzlich ist dies abhängig von der eigenen Stärke, der feindlichen Stärke und der Lage / Situation, in der wir den Feind antreffen.
Stärke: Ist der Feind gleich stark, weniger stark oder zahlenmäßig stärker als wir?
Bewaffnung: Hat der Feind schwere Waffen? Flächenwaffen o.ä.?
Lage: Sind wir oder Feinde in Stellung? So ist jener im Vorteil, der in Stellung und damit in Deckung ist. Ein Gebäude bietet in dem Fall so viel Deckung, dass man von einer Überlegenheit von 7:1 ausgeht vom Angreifer zum Verteidiger, um das Gebäude erfolgreich zu nehmen.
Truppen in Stellung sind denen auf dem Marsch gegenüber überlegen. Feind der ein MG hat, ist „grundsätzlich“ überlegen, bei gleicher Truppstärke, umgekehrt genauso.
Ziel ist es seine eigenen Erfolgschancen bei einem Gefecht abzuschätzen und dementsprechend zu agieren.
10. Der LAD
10.1 Warum einen LAD geben?
Der LAD ist ein einheitliches Schema für die Befehlsgebung im Militär
Einheitlichkeit vereinfacht Kommunikationsprozesse, nicht nur in stressigen Situationen. Sie entlastet damit sowohl den Sender der Informationen als auch den Empfänger. Das Einheitliche einhalten eines Schemas hat einige Vorteile:
Erstnennung der wichtigsten Informationen
-(da in der Reihenfolge so festgelegt) sollte es nun zu einem Kommunikationsabbruch oder einem akuten Handlungsbedarf kommen, kann die Befehlsausgabe verkürzt werden.
Merkbarkeit der Informationen
-Gleichbleibende Reihenfolge der Informationen erleichtert das Erinnern an diese.
So kurz wie möglich, so lang wie nötig
-Vollständigkeit ist wichtig, Geschwafel ist fehl am Platz und verwirrt Befehlsempfänger
Führen mit Auftrag
-Im „Führen mit Auftrag“ wird der Auftrag im LAD kommuniziert, dazu alle Punkte, die es benötigt, um diesen zu erfüllen, mit dem je nach Führungsebene angemessenem Freiraum in der Umsetzung.
Dies bedeutet auch das im falle des Ausfalls einer Führungskraft, das Team und der Stellv. Teamleader in der Lage ist, den Auftrag weiter auszuführen. Der große LAD, welcher z.B. vor einer Operation im Briefing gegeben wird, hat sich im allgemeinen als LADEF durchgesetzt. Der eigentliche LAD, welcher Anwendung in der Führung von Truppen, unmittelbar vor oder im Gefecht / Gelände findet, ist kürzer und um die Punkte E & F eingekürzt, bzw. werden Punkte nur bei Bedarf angesprochen und meist in direkten Einzelaufträgen.
Was das genau bedeutet, wird im folgenden Kapitel erläutert.
10.2 Wie ist der LAD(EF) aufgebaut?
LAD = Lage – Auftrag / Absicht- Durchführung - (Einsatzustgz.– Führungsustgz.).
Der folgende LAD(EF) ist die Befehlsausgabe für die Sicherung (Längerer Zeitraum).
Die Lage beinhaltet (Nach Einweisung in den Verantwortungsbereich auf der Karte!):
1 a. Lage gegnerischer Kräfte
Dazu gehören die Möglichkeiten wie der Feind sich annähern könnte und wie sich der Feind dabei verhält.
1 b. Lage eigener Kräfte
1 c. Lage der Zivilbevölkerung
Der Auftrag:
2. Kurze Ansprache des Auftrags in Freitext (ca. 1-3 Sätze)
(Die Absicht formuliert als Auftrag, wird oft für mehrere Teams hintereinander im „Auftragsmuster“ vergeben) „Dazu“:
Die Durchführung:
3 a. Wer? - (Tut) was? - Wie?
Wann? - Wo? - Wozu?
3 b. Einzelaufträge wie:
Bereitschaftsgrade / Verpflegung – Munition / Alarmposten (Planung -Wo, Wer,
Wann) / Streifeneinsatz (Planung -Wo, Wer, Wann) / Verhalten bei Alarmierung.
3 c. Maßnahmen zur Koordinierung:
Verhalten bei Feind, Zivilisten o. anderen Ereignissen/ Feuerregelung / Sammelpunkte bei… / Maßnahmen bei Nacht.
(4) (Einsatzunterstützung)
Verwundete / San Versorgung / Verpflegung / Sperrbestände / Zusatzausstattung
(5) (Führungsunterstützung)
Frequenzen / Sprechtafel / Meldezeiten / Skizzen / Geländetaufe /
Erkennungszeichen Tag – Nacht bis- ab / Gefechtsstand Zug kp bei...
Zuletzt folgen außerhalb des Schemas die Informationen: Ich (Führungskraft)
befinde mich bei… / Fragen? / Kontrolle (Verständnis) / Uhrzeitvergleich
10.3 LAD & Führerleistung Fireteamleader
Aufgabe der Führungskräfte in verschiedenen Ebenen ist es, die LAD& LADEF jeweils herunterzubrechen bzw. die wichtigen Informationen für den eigenen Trupp zu verstehen, zu verarbeiten und als neuen LAD auszugeben.
Für den Fireteamleader ist es in erster Linie wichtig den LAD des Squadleader zu verstehen oder in Befehlsausgaben zu verstehen, was für ihn wichtig ist, um ein gutes Gesamtbild zu haben.
Generell kann der LAD abgewandelt werden, in eingespielten Teams oder wenn die Lage vorher verkündet wurde und jeder zugehört hat. Hier sollte man jedoch Vorsicht walten lassen, Routine darf nicht zu Nachlässigkeit werden. Sobald ein Teammitglied nicht erfahren oder eingespielt ist sollte immer auf die korrekte Befehlsgebung geachtet werden. Wenn die Zeit es nicht zulässt oder die Fülle des Befehlsinhalt nichts anderes zulässt kann der LAD aber auch stark gekürzt werden.
Hierzu ein Beispiel:
Squadleader an die Fireteamleader: ,,Auftrag Rundumsicherung für 5 Minuten.“
1. Lage: Wir befinden uns 500m vor Marschziel, eigene Teile gehen vor zur Erkundung.
2. Auftrag: Wir sollen hier in die Rundumsicherung gehen für 5 Minuten.
3a. Absicht (gekürzt): Wir bilden Rundumsicherung mit Schwerpunkt Nord.
3b. Dazu (Einzelaufträge) Mustermann sichert Nord mit MG, Musterfrau Richtung Süd, Musterkind Richtung West, Ich selbst Ost.
Fragen? Ausführung!
Wesentliche Führerleistung hierbei ist es, den Befehl von „Oben“ zu verstehen und auf das für das Fireteam wesentliche herunterzubrechen (Das „A“ in LADEF wird zu „A“ im LAD, das heißt Auftrag wird zu Absicht!). Ein Auftrag ist etwas das von oben kommt und der LAD enthält dann die Absicht des Führers, der den Auftrag ausführen möchte.
Nicht weniger wichtig ist die Überwachung der korrekten Ausführung der Befehle.
10.4 Lagebeispiel und Lagetraining
Im Folgenden wird eine Lage behandelt, die so auch in realen Szenarien vorkommen kann.
Legende:
- Kursiv gedruckte Textstellen sind die Aussagen des davorstehenden Trupps/Führer/ teils.
- *In Sternen stehende Textstellen sind Funksprüche*
- (In Klammern stehen „Leitungssprüche“ oder Kommentare der Ausbildung)
Ausganssituation für die Lage:
Ein Squad in der Verteidigung. Wir sichern im Squadrahmen mit zwei Fireteams nebeneinander, Fireteam 2 in Richtung Westen und Fireteam 1 in der Flanke Richtung Süden, hier leiten wir als Fireteamleader FT1. Das Fireteam liegt dabei mit seinen 4 Soldaten nebeneinander in mindestens 5 Meter voneinander entfernten, eilig bezogenen Stellungen ohne schanz- oder verstärkungsarbeiten.
Lagedarstellung:
*FTL 1 hier SQL, Platoon-Leader meldet feindlichen Spähtrupp in stärke 4, 500m Südwärts mit Bewegungsrichtung Nord, Auftrag: Wir verbleiben in Stellung, vernichten Sie antretenden Feind bei Aufklärung -Ende-*
Der Auftrag ist also:
1. In aktueller Position mit dem Team verbleiben.
2. Den Feind, sobald er durch uns aufgeklärt wurde, vernichten.
Zur Erfüllung des Auftrags formuliert der Fireteamleader nun aufgrund der ruhigen Situation einen LAD für sein Fireteam.
FTL:
(1A-C & 2 LAGE)
„Kameraden hergehört, Lageinformation, wir haben feindlichen Spähtrupp 500m Süd mit Bewegungsrichtung Nord auf uns zu, wir sollen Feind vernichten."
(3A - Absicht)
„Meine Absicht ist es: -diesen mit unserem FT 1, im geschlossenen Feuerüberfall, aus eigenen Stellungen auf Schuss zu vernichten, um Aufklärung Eigener zu verwehren."
(3b-c, DURCHFÜHRUNG)
„Dazu Zielverteilung von links nach rechts, Fertigmeldung von außen nach innen an mich."
(Wenige Minuten später zeigt sich der feindliche Spähtrupp im Vorgelände, der FTL bekommt die Feindmeldung durch seine Schützen und stellt sicher das diese durch Jeden aufgeklärt wurden.)
(Schützen melden fertig, Feuerüberfall wird durch Schuss des FTL ausgelöst)
(Der FTL funkt, sobald er nicht mit akuten Führungstätigkeiten beschäftigt ist, eine Lageinformation an den SQL durch)
Bsp.: *SQL hier FTL1 stehen im Feuerkampf mit 4 fndl. Schützen melde mich in kürze Ende*
-----Nach Bruch des ersten Schusses werden Befehle laut gegeben, es wird also mit Stimme geführt, wenn z.B. kein Funk vorhanden ist. Vorher werden Befehle so leise wie möglich und so laut wie nötig von Soldat zu Soldat weitergemeldet-----
(Nach dem Feuerüberfall wird 1 fndl. Schütze nicht bekämpft und geht in Stellung, wirkt unregelmäßig aus seiner Stellung in die eigenen Reihen.)
FTL:
„Gesamter Trupp, links 50 m, hinter Erdwall bei Busch, dort 1 feindlicher Schütze in Stellung, Feuerzusammenfassung, Feuer!"
(Die Feuerzusammenfassung führt zum Erfolg, der fndl. Schütze kann vernichtet werden)
(Der FTL funkt, sobald er nicht mit akuten Führungstätigkeiten beschäftigt, ist eine Lageinformation an den SQL durch)
(Nach erfolgreicher Ausführung seines Auftrags verkündet der FTL die neue Lage und startet eine Mun.- und Verwundetenmeldung seines Teams, um den Squadleader mit diesen wichtigen Informationen zu versorgen.)
FTL:
„Kameraden, Lageinformation, wir haben Feind im Vorgelände vernichtet, jetzt weiter beobachten und Sicherungsbereiche einhalten, dabei Mun.- und Verwundetenmeldung von außen nach innen an mich! (Nach Abschluss funk an den SQL)"
*SQL hier FTL 1 kommen*
*FTL 1 hier SQL kommen*
*SQL hier FTL 1, FT1 stand mit 4 fndl. Schützen im Feuerkampf und hat diese vernichtet, keine Verwundeten, Mun. Gelb, MG Grün, wir verbleiben in Stellungen und überwachen weiter das Vorgelände. *
*FTL1 hier SQL, gut so, stellen Sie jetzt, durch einen Soldaten sicher, dass GewehrMun. bei FTL 2 empfangen wird Ende*
-Lage Ende-
Auswertung:
Der FTL 1 hat hier die wesentliche Führerleistung gezeigt:
1. Das FT über die aktuelle Lage und den Auftrag zu informieren
2. Einen LAD also einen Entschluss zu formulieren
3. VASE (Informationsfluss, Kampfgespräche im FTL), REHLZ, Funkbetriebssprache korrekt und zielführend anzuwenden
4. Den selbstständig geführten Feuerkampf nach dem Feuerüberfall, zielführend zu einem geführten Feuerkampf zu machen durch die Zielansprache und
den Entschluss „Feuerzusammenfassung“
5. Informationen einzuholen und diese weiter zu melden
Somit wurde der Auftrag erfüllt und der SQL sowie weitere Führungsebenen sind glücklich, Untergebene sind geführt wurden und sicher im Handeln.
11. Hilfestellungen
Zwischenmenschliche Konflikte
Wenn ein Mitglied des eigenen Teams durch Fehlverhalten auf sich aufmerksam macht, kann dies verschiedene Ursachen haben.
Zuerst sollte man seine Befehlsgebung und die Resultate bei den anderen Kameraden mit gleichen Befehlen abgleichen. Durch voreilige Entschlüsse, dass diese Person zwingend falsch liegt und eine offene Konfrontation mit den „Fehlern“ kann resultieren, dass man unwissend wirkt, falls diese Person richtig liegt, was wiederum ein Misstrauen im Team auslösen kann.
Dies war eine kurze Ausführung in zwischenmenschliche Konflikte. Das Thema lässt sich nicht gänzlich und auf jeden möglichen Konflikt ausführen. Der Fireteamleader hat sich stets in Geduld und Ruhe zu üben. Ein hitziges Auftreten hilft niemals weiter.
Dann gibt es noch die schwierigen Fälle. Welche folgendermaßen gelöst werden können, aber nicht müssen.
Lösungsmöglichkeiten: Gruppenzwang einsetzen, falschverhalten wie rumblödeln ignorieren, Verwarnungen aussprechen, (öffentliche Bloßstellung), von der Operation ausschließen. Der Fireteamleader hat jederzeit die Möglichkeit sich bei seinem Vorgesetzten zur Konfliktbewältigung zu melden, vorher sollte wenigstens ein Versuch der Schlichtung erfolgt sein.
11.1 Teamwork
Teambuilding ist enorm wichtig, sobald das Team zusammengestellt ist.
Grenzen festlegen und gleichzeitig die vertrauenswürdige Führungskraft mit KumpelEffekt darbieten ist nicht immer einfach und ein Kumpel-Effekt auch nicht Teil jeder Führungsart.
Für die einen ist es ein Erfolg, wenn die Mission abgeschlossen wurde, ohne erkannt zu werden.
Für andere wiederum, wenn möglichst viel geschossen wird.
Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und wird durch den Fireteamleader festgelegt und ständig um einen feinen Grad verbessert, wenn die Stimmung im Team z.B. Langeweile aufzeigt.
Ein Problem der Führung in Arma ist, dass es Langeweile gibt, aber nicht die Angst vor Tot und Verwundung. Die Soldaten werden dadurch waghalsiger und gefährden schnell ohne bösen Willen die Mission. Die Disziplin ist, wie in jedem Fall, durch den Fireteamleader zu wahren und die Situation dann aufzulockern.
11.2 Hilfsmittel für Anführer
Schreibbereitschaft herstellen!
Eine Führungskraft in Arma ist nichts ohne sein Blattpapier und einen Bleistift. Sämtliche Daten, die in kürzester Zeit auf einen einrieseln, müssen sinngemäß, verständlich und einfach an die Untergebenen weitergegeben werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen ist es dringend notwendig einige Notizen anzufertigen. Um sich das Leben einfacher zu machen, folgen wichtige Tipps deren Umsetzung unbedingt empfohlen wird:
- Erstellt eine Liste mit relevanten Infos über die Mitspieler eures Teams, wie Nickname und Kampfrolle.
- Notiert Funkkanäle, Parolen und z.B. Namen von Zielpersonen.
- Erkundigt euch über persönliche Befindlichkeiten eurer Mitspieler, muss jemand früher weg? Erwartet jemand einen Anruf?
- Eigene Vorstellungen erklären. Erklärt also nicht nur Vorbefehle, sondern zusätzlich auch eure Vorstellung von Zusammenarbeit in eurem Team!
Beispiel: Ich führe autoritär und lasse nur in Kampfpausen Einwände zu….
Delegiert die richtigen Aufgaben, dinge die beim Briefing verloren gegangen sind kann auch der Stellv. bei dem Squadleader erfragen, während ihr bei eurem Team seid und ein kleines Briefing durchführt. Haltet euch an die Ausbildung, jeder ist auf einem Stand ausgebildet, versucht nicht das Rad neu zu erfinden und haltet euch an Standards, die so auch bei anderen Communitys ausgebildet werden. Nur so kann sicher gestellt werden das wir auch in Coop-Events unsere PS auf die Straße bringen können.
Seit motiviert! Untergebene spüren sofort wenn etwas nicht stimmt. Verkauft eure Untergebenen also nicht für dumm, zeigt aber nicht sofort, wenn euch etwas nicht gefällt oder wenn ihr mal keine Motivation habt.
12 Schlusswort
Der Fireteamleader kann das Sprungbrett einer jungen oder alten Karriere der 77thAd sein.
Keine Rolle ist so nah an den Kameraden und doch Teil einer Führung, die über den Erfolg der Mission entscheidet.
Wie die Ausrüstung und Ressourcen des Teams verteilt werden, um effizient zu sein oder wie man das HuntIR System benutzt, sind beispielsweise nur zwei wichtige Angelegenheiten, die durch diese Ausbildung nicht abgedeckt werden können, da es schlicht und einfach zu vielfältige Herausforderungen gibt.
Der Schlüssel zu fehlendem Wissen ist Praxiserfahrung und Ausbildung. Es finden sich also auch in Sachen Ausbildung immer wieder Parallelen zwischen dem einfachen Mannschaftssoldaten und einer Führungskraft und dennoch sind die beiden so unterschiedlich.
Die Erhebung in den Stand einer jungen Führungskraft zeugt entweder von Durchsetzungsvermögen oder von Ausdauer in der Mannschaftslaufbahn, beides sind Charakterzüge, die man von einem Teamleader der 77thAd erwarten kann.
Wenn Sie diese Ausbildung ernstnehmen, verinnerlichen und Zusammenhänge nicht nur versuchen zu verstehen, dann haben sie alles Mögliche getan, um den Anforderungen gerecht zu werden und eine gute Nachwuchsführungskraft zu werden.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, doch manch einer wagt nicht einmal den Flugversuch.