Motor Transport Operator

Inhaltsverzeichnis
1. Lernziel
- Beherrschen des gestellten Fahrzeugs
- Selstständiges Anpassen an die Umgebung / Gegebenheiten
- Wiederherstellen des Fahrzeugzustands
- Umsetzen von spezifischen Anweisungen Einzeln und im Verbund
2. Theoretische Wissensvermittlung
2.1 Fahrzeuge
2.1.1 HMMWV “Humvee” - Der Allrounder
Ob gepanzert, mit Bewaffnung oder als einfaches Transportmittel.
Er ist robust, modular und hoch-geländefähig.
2.1.2 OSHKOSH HEMTT
Ob Transport von Munition, Kraftstoff, Medizinische Versorgung oder Truppentransport, er kann es.
Er überzeugt in seiner Kapazität, der Vielzahl der Aufbauten und seiner starken Mobilität.
2.1.3 MRZR 4 (ATV)
Klein, Schnell und Geländegängig.
Er überzeugt in seiner Kapazität, der Vielzahl der Aufbauten und seiner starken Mobilität.
ATV = All Terrain Vehicle, es überzeugt im Gelände und ist so kompakt, dass es sogar als Bausatz eingeflogen werden kann.
2.2 Grundlegende Bedienungen
- Beschleunigen (W)
- Bremsen (S)
- Feststellbremse (Leertaste)
- Tempomat (Einfg)
- Geschwindigkeitsbegrenzer (Entf)
- Schleichfahrt (Strg + W)
- Schnellfahrt (Shift + W)
- Sitzposition
- Kamera nach vorn verschieben (Strg + Num 8)
- Kamera nach hinten verschieben (Strg + Num 2)
- Kamera nach links/rechts verschieben (Strg + Num 4 / Num 6)
- Setzt die Ansicht wieder auf den Standard zurück (Num 5)
2.3 Zusatzfunktionen / Bedienen elektronischer Geräte
- Funkgeräte im Fahrzeug (AN/PRC-117F Longrange)
- Sollte mitgehört werden, Funk wird meist durch Beifahrer oder Fahrzeugführer bedient
- Beleuchtung
- Normale Beleuchtung
- Stop Lights
- B.O. Light (Blackout Operations)
- SVC Drive (Markierungsleuchten)
- S9 / MicroDAGR
- Abschleppen von Fahrzugen
2.4 Instandhaltung
- Vorraussetzung der Reparatur
- Werkzeugkasten / Toolkit
- Ab wann kann repariert werden?
2.5 Konvoi
Die Geschwindigkeit und der Abstand wird meist vom Führungspersonal vorgegeben.
Befehls-Beispiel: Fahrer, Gestaffelte Kolonne, Innerorts 30/30, Außerorts 60/60, MARSCH.
Dabei steht die erste Zahl 30/30 für die Richtgeschwindigkeit und die zweite 30/30 für den Abstand in Meter.
Der Abstand kann auch in Fahrzeuglängen angegeben werden z.B. 40/4.
Die Fahrzeuglängen hängen vom aktuell gefahrenen Fahrzeug ab.
- Hohe Sichtweite = große Abstände (Funkverbindung beachten)
- Beim Anhalten des Konvois min. 2 Fahrzeuglängen Abstand halten
- ausgehende Gefahr von explodierenden Fahrzeugen
- Platz für Manöver schaffen
- Wird beim Transport von HVG/VIP/HVC1 eingesetzt
2.5.1 Offener Konvoi
- Einzusetzen bei flachem Gelände, Wüsten, gutem Wetter, guten Staßenverhältnissen
- Feind dann nicht gleichzeitig alle Fahrzeuge des Konvois unter Beschuss nehmen
- IEDs können nicht gleichzeitig mehrere Fahrzeuge treffen
- Mehr Platz für Manöver
- reduzierte Gefahr von Auffahrunfällen
2.5.2 Geschlossener Konvoi
- Einzusetzen bei urbaner Umgebung, schlecht einsehbarem Gelände, schlechten Straßen/niedriger Geschwindigkeit, hohem Verkehrsaufkommen
- Enge Formation verhindert Einbrechen anderer Fahrzeuge
- Schwieriger zu fahren
- Erhöhtes Risiko für Auffahrunfälle
2.5.3 Aufbau eines Konvois
- Da ein Konvoi maximale Sicherung bieten soll, wird zwischen 2 grundlegenden Varianten unterschieden.
- Sicherungselemente Richten ihre Bordwaffen/Blicke folgend aus:
- 1. Fahrzeug: 12 Uhr
- 2. Fahrzeug: 3 Uhr
- 3. Fahrzeug: 9 Uhr
- Letztes Fahrzeug: 6 Uhr (Rücksicherung)
- Sicherungsrichtungen werden meist vom Führungspersonal gemäß Feinantritt / Lage vorgegeben
"Dreier Konvoi" (Minimum)
- Sicherungselement
- Transportfahrzeug HVG/VIP/HVC1
- Sicherungselement
"Fünfer Konvoi"
- Vorhut
Klärt auf und warnt/informiert nachfolgende Fahrzeuge - Sicherungselement
- Transportfahrzeug HVG/VIP/HVC1
- Sicherungselement
- Nachhut
Dient als Overwatch-Element und als Reserve für Brennpunkte
- Die Vorhut/Nachhut sollte mobiler und kleiner als der Rest der Kolonne sein um:
- vorausliegende Gefahren schnell melden zu können
- schneller aufschließen zu können
- muss aber trotzdem gepanzert sein (je nach Feindlage)
- Die Sicherungselemente schützen das Transportfahrzeug (HVG/VIP/HVC1)
- sollten stärker als Vorhut/Nachhut gepanzert sein
- Bewaffnungsschwerpunkt, um Transportfahrzeug zu schützen
- Transportfahrzeug ist das am besten gepanzerte Fahrzeug
- meistens auch das langsamste Fahrzeug
- ist Anhalt der gefahrenen Geschwindigkeit!
- die Bewaffnung ist zweitrangig
- benötigt bei der Besatzung min. einen Soldaten mit Reparaturfähigkeiten
- muss umfangreiche Kommunikationsmittel besitzen
- Gemischte Konvois (Radpanzer, Kettenpanzer, MechInf)
- Radpanzer übernehmen die Vor- und Nachhut, da sie sehr mobil sind und meist nicht auffallen
- Kettenpanzer bleiben immer in der Nähe des HVG/VIP/HVC1, da dort die Verteidigung benötigt wird
- MechInf bleibt immer als Schutz der Kettenpanzer in der Nähe dieser
2.6 Formationen
2.6.1 Kolonne
- Standardformation
- Wird als geschlossener Verband bezeichnet
- Fahrzeuge behalten beim Halt ihre Position
- Benötigt gute Sicht nach vorne

2.6.2 Gestaffelte Kolonne
- Einziger Unterschied zur Kolonne: Fahrt in versetzten Positionen
- Auch in schwierigen Sichtverhältnissen kann diese Formation punkten

2.6.3 Wagenburg
- Wird benutzt um eigene Kräfte inmitten der Fahrzeuge zu schützen
- Sicherung kann eingeschränkt möglich sein
- Abstände sind möglichst gering zu halten, hier gilt es den Schutz zu maximieren. Es muss gewährleistet sein das jedes Fahrzeug jederzeit losfahren kann.
- Die eigene Front und Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs berühren sich fast und lassen nur einen kleinen Spalt von ca. 1m, um eventuell abgesessenen Kräften zu ermöglichen das Feuer zu erwidern oder durchgehen zu können.

2.6.4 Coil Formation
- Wird benutzt um die Sicherung zu maximieren (360°)
- Konvoi bleibt dann meist stationär und kann:
- feldmäßig aufgetankt werden
- eventuellen Nachschub aufladen
- Erst wird ein Kreis aus den Fahrzeugen befohlen und dann wird bei eingenommener Position das Fahrzeug um 90° nach Außen gedreht
- Wird bei uns meist einseitig an einer Straße befohlen

2.6.5 Herring Bone
- Wird benutzt um bei plötzlichem Beschuss durch feindliche Luftkräfte, das Feuer zu streuen
- Ermöglicht einen schnellen Halt aus der Bewegung heraus
- Abgesessene Kräfte können schnell zu Deckungen außerhalb der Formation gelangen
- Fahrzeuge haben genug Platz um Manöver durchzuführen
- Die Wiederaufnahme der ursprünglichen Formation kann zügig erfolgen

2.7 Geschwindigkeiten / Verhaltensweisen
2.7.1 Geschwindigkeiten
- Es gibt eine allgemeine "Marschgeschwindigkeit"
- abhängig vom LANGSAMSTEN Fahrzeug
- Für Vor- und Nachhut müssen außerdem Geschwindigkeitsreserven bereitstehen
- „Aufholgeschwindigkeit“ ist meist 20km/h höher als die Marschgeschwindigkeit
- gilt für alle Fahrzeuge, die Ihren befohlenen Abstand sicherstellen/korrigieren müssen
Beispiel:
- Transportfahrzeug schafft mit Sollbeladung max. 60km/h
- Dann ist die Aufholgeschwindigkeit in der Regel 20km/h höher, also 80km/h
- Die Vorhut fährt entweder früher los oder hat ebenfalls eine Differenz von 20km/h nach oben, also auch 80km/h
- jedoch ist der befohlene Abstand zum ersten Sicherungsfahrzeug sicherzustellen, um Auftrag der Aufklärung erfüllen zu können (Zeit zur Vorwarnung, bis erstes Sicherungsfahrzeug eintrifft)
- Maximalgeschwindigkeit ist nur auf Befehl und nur auf „kurzen“ Strecken zu fahren
- beim Durchbruch(Leichter Beschuss) wird die Route beibehalten
- beim Ausweichen (schwerer Beschuss/AT) nach Befehl
- schwere Fahrzeuge sind mit ihrem geringeren Beschleunigungsvermögen zu beachten!
- die Formation wird beibehalten
MERKE!
Langsam ist flüssig und flüssig ist schnell!
2.7.2 Verhaltensweisen
Bei „HALT“:
- Wird in der Regel an den Straßenrand gefahren (Rechts/Linksverkehr)
- Abstand von ca. Zwei Fahrzeuglängen zwischen den Fahrzeugen einhalten
- In gestaffelter Kolonne wird an den jeweiligen Straßenrand des Fahrzeugs gefahren
- Ist kein „PARKEN“, daher bleibt der Motor an (weiterfahrt jederzeit möglich)
- Fahrer bleibt am Steuer
Bei „PARKEN“:
- Wird in der Regel auf eine separate Straße, einen Weg oder ähnlich gefahren (meist vorher ausgemacht)
- Abstellort der Fahrzeuge ist am besten durch Gebäude, Umgebung/Gelände etwas gesichert
- Abstand von ca. 20m, Beachten der Feindlage
- Motor aus, Geräuschtarnung
- Besatzung sitzt vollständig ab, außer Fahrer und Schütze, oder nach Befehl
Hinweise zu Fahrzeugen in ARMA:
- Fahrzeuge sind keine geeignete Deckung, wenn der Feind AT-Waffen hat
- Nur „ausgebrannte“ Fahrzeuge, Wracks etc., sind eine sichere Deckung
- Die Führung weiß was sie befiehlt, unbesetzte Fahrzeuge werden NICHT von der KI bekämpft!
3. Praktische Übungen
3.1 Fahrzeuginstandhaltung
- Zur Reparatur wird ein Soldat mit Reparaturfähigkeiten (Engineer) benötigt
- Dieser Soldat muss ein Toolkit (Werkzeugkasten) im Inventar haben
- Das Toolkit wird nicht verbraucht, es dient nur als eine Bedingung um reparieren zu können
Module:
- Motor (ENG)
- Reifen (WHL)
- Ketten (L-TR, R-TR)
- Tank (FUEL)
- Chassis (HULL)
- Montierte Waffe (GUN)
- Turm (TRRT)
- Alles ist reparabel, allerdings unterscheidet sich das von Fahrzeug zu Fahrzeug
- Beim HMMWV kann man den Turm und die montierte Waffe nicht reparieren, beim M1 kann man aber den Turm (TRRT) und Kanone (GUN) reparieren
- Man kann ab einem Schadenslevel von ca. 40% bis 60% ein Modul reparieren, das geht auch mehrmals, variiert je nach Fahrzeug
- Wenn die Chassis komplett zerstört ist, wird das Fahrzeug irgendwann zu brennen anfangen
- Reifen können ohne Spezialisierung gewechselt werden, nur das Toolkit wird benötigt
- Sollte in Fahrzeug im Sand, Matsch etc. feststecken kann das von außen per ACE-Fremdinteraktion geschoben werden.
- Ebenfalls kann das Fahrzeug (auch bei Defekt) per Seil gezogen werden. Hierfür muss das Seil am Heck des Zugfahrzeugs und an der der Front des zu ziehenden Fahrzeug befestigt werden.
3.2 Routenplanung
- wird nur im Notfall vom Kraftfahrer selber ausgeführt
- ansonsten ist sie von der Führung vorgegeben
- Routen sollten möglichst:
- frei von möglichem Feind sein
- je nach Gelände, möglichst leicht zu befahren sein
- unseren Kräften Schutz durch Abstand oder Gelände bieten
- Möglichst nicht doppelt benutzt werden
- es gilt abzuwägen, ob die schnellere Route der kürzeren Route vorzuziehen ist
- Ausweichroute sollte für den Notfall geplant sein
- Tageszeit, Sonnenstand usw. können auch als Vorteil genutzt werden
3.3 Symbolbedeutungen und Kartenmarkierungen
Starting Point (Anfang der Route)
Passing Point
Abzufahren nach Nummerierung
Erstes und letztes Fahrzeug im Konvoi haben Meldepflicht! – meist durch Kommandanten)
Orientierungspunkte für abbiegende Straßen
Sie beschreiben die Routenverlauf.
Hier in Variante 1 mit Punkten, welche weniger Platz auf der Karte einnehmen.
Zweite Variante für Orientierungspunkte sind Pfeile, welche aus größerem Zoom auf der Karte besser zu erkennen sind.
Release Point (Markierung für das Konvoiziel)
Kann auch abweichend bezeichnet werden.
3.4 Situation Awareness (Situationsbewusstsein)
3.4.1 Minen / IEDs
- Fahrt an die Bedrohungslage vom Briefing anpassen
- Bei unbekannter Minen-/IED-Lage werden die Abstände erhöht
3.4.2 Unfall mit Personen vermeiden
- Wenn eigene Kräfte das Fahrzeug sichern/im nahen Umfeld sind, sind große oder unerwartete Fahrzeugbewegungen zu vermeiden!
- Der Richtschütze ist als Navigationshilfe für den Nahbereich heranzuziehen, falls der Kommandant Befehl zur Bewegung erteilt und der MKF keine ausreichende Sicht hat
- Alternativ kann man auch durch „Rufen“ versuchen, eigene Kräfte durch das Fahrzeug hindurch zu erreichen und zu warnen
3.4.3 Kommunikation mit dem Richtschützen
- Besonders im urbanen Kampfgebiet ist das Gespräch zwischen MKF und Richtschütze unerlässlich
- Somit können Kurven/Gebäudeecken/natürliche Hindernisse effizient ausgenutzt werden
- Bei Gebäuden / engen Straßen, wo der Fahrer wenig Einsicht bekommt, bestimmt der Kommandant einen Einweiser. Dieser sitzt ab und navigiert, der Fahrer folgt nur seinen Anweisungen (Fahrer nur Lenken nicht Denken).
- Dem Richtschützen Annäherungswege an gefährliche Punkte anbieten, Waffenwirkung hat Vorrang vor der Deckung
- Kommandant wird dadurch entlastet und kann sich seinen Kernaufgaben widmen
- Im Panzerkampf wird die Front sofort auf den Feindpanzer ausgerichtet, es sei denn:
- der Richtschütze befindet sich im Ziel und will unverzüglich wirken
- der Kommandant hat Geräuschtarnung befohlen, dann muss der Motor aus bleiben -> keine Fahrzeugbewegung möglich
- eine Ausnahme ist z.B.: bei Feindbeschuss
3.4.4 Intuitive Deckungssuche
- Bei aufgeklärtem Feind wird bei Befehl selbstständig in eine geeignete Deckung gefahren
- Gute Deckungen sind Häuser, natürliche Erdwälle, künstliche angelegte Stellungen
- Das Fahrzeug wird dabei so positioniert:
- dass der Richtschütze auf dein Feind wirken kann
- eine Flucht-/Ausweichmöglichkeit besteht
- Aufgrund der manchmal „chaotischen“ Kollisionsabfrage in ArmA3 - zwischen Fahrzeugen und Gebäuden - ist es nicht empfehlenswert sich zwischen 2 Gebäuden „durchzuquetschen“
- Das Fahrzeug kann flippen und ist dann nutzlos
- Die Gebäude könnten zerstört werden und damit ist die eigene Deckung zerstört
4. Lernzielkontrolle
- Die Theorie muss verstanden worden sein
- Grundlegendes Fahrzeugverständnis wurde bewiesen
- Kennen der Unterschiede offener/geschlossener Konvoi
- Ausbildungsteilnehmer kann Formationen und deren Eigenschaften nennen
- Kann Kartenmarkierungen erkennen/platzieren
- Ausbildungsteilnehmer müssen einen Konvoi erfolgreich - unter wechselnden Befehlen - durchgeführt haben
1 HVG = High valuable goods
VIP = Very important persons
HVC = High valuable cargo